Josef Szeiler

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Josef Szeiler wurde in Sankt Michael im Burgenland geboren. Ende der 1970er Jahre war er als Hospitant für Benno Besson an der Volksbühne Berlin tätig, wo er den Dramatiker Heiner Müller kennenlernte, woraus sich eine enge persönliche Freundschaft und lange Zusammenarbeit entwickelte.

Josef Szeilers erste eigenständige Theaterarbeit in Wien hatte Heiner Müllers Text Die Schlacht zugrunde. Aus dieser Arbeit heraus entwickelte sich die Gründung der Gruppe TheaterAngelusNovus, die ihre Theaterarbeit in erster Linie als kontinuierlichen Prozess der Selbstverständigung anhand theatraler Fragestellungen verstand und nicht in der Erstellung von Theaterproduktionen die einem Publikum in einem herkömmlichen Rahmen als fertig präsentiert werden. Dennoch gab es regelmäßig auch öffentlich zugängliche Projekte, wie etwa HomerLesen das 1986 im Künstlerhaus Wien stattfand, bei dem die Ilias in ihrer vollen Länge in parallel sowohl in deutsch von Mitgliedern der Gruppe und Besuchern und auch im griechischen Original gelesen wurde.

Nach Auflösung der Gruppe 1988 leitete Josef Szeiler unterschiedliche Projekte, wie „FatzerMaterial. Vom Theater ist daher zu Sagen, was man vom Körper sagt“ in Zusammenarbeit mit Monika Meister am Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Wien, das Fragen theatraler Dokumentation zum Schwerpunkt hatte, oder HamletMaschine.TokioMaterial, eine Parallelproduktion von Heiner Müllers Hamletmaschine zu einer japanischen Produktion von Shakespeares Hamlet in Tokio. 1995 inszenierte er am Berliner Ensemble Heiner Müllers Philoktet, „die letzte Theaterarbeit, die Heiner Müller sieht”

Szeiler war 1998 Mitbegründer der Gruppe Theaterkombinat Wien, die unter anderem 1999–2000 MassakerMykene im Schlachthof Sankt Marx in Wien produzierte.

2007 produzierte Josef Szeiler mit der im Vorjahr gegründeten Gruppe „Konfiguration – Jenseits des Todes“ eine Theaterarbeit in der Wiener Stadt des Kindes die alle Antikentexte Heiner Müllers zur Grundlage hatte, als Teilprojekt einer vollständigen Erarbeitung aller Texte Heiner Müllers die bereits für 1996 geplant war aber infolge des Todes des Autors nicht zustande kam.

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